Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Akute Belastungsreaktionen


Bei einer akuten Belastungsreaktion handelt es sich um eine vorübergehende massive Störung des seelischen bzw. psychosomatischen Gleichgewichts. Sie wird durch eine außergewöhnliche seelische oder körperliche Belastung (z.B. Tod eines nahen Angehörigen, Umzug in eine neue Stadt) ausgelöst. Sie klingt im Allgemeinen nach einigen Stunden bis Tagen, spätestens aber nach vier Wochen wieder ab.

Die posttraumatische Belastungsstörung tritt in Folge eines Ereignisses mit außergewöhnlicher Bedrohung für Leib und Leben auf (z.B. Vergewaltigung, Polizeieinsatz, Verkehrsunfall, Krieg, Naturkatastrophen). Häufig tritt sie erst verzögert nach einigen Wochen oder Monaten auf. Auch Augenzeugen eines derartigen Ereignisses können ohne direkte Beteiligung eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln.

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Neben biologischen und genetischen Einflüssen spielen für die Wahrscheinlichkeit, eine psychische Störung zu entwickeln, auch viele Dinge eine Rolle, die im sozialen Umfeld, in der eigenen Lebensgeschichte oder in aktuellen Verhaltens- und Erlebensweisen liegen. Dadurch eröffnet sich jedem Einzelnen die Möglichkeit, sein eigenes Risiko, an psychischen Störungen zu erkranken, zu verringern. Einfache Vorsorgemöglichkeiten sind, ein Gleichgewicht zwischen alltäglichen Pflichten bzw. Belastungen und angenehmen Dingen/Hobbys zu schaffen, ein verlässliches soziales Umfeld aufzubauen und regelmäßig Sport zu treiben. Außerdem kann Ihnen das Wissen über psychische Störungen, das Sie sich z. B. durch Fernsehsendungen oder Zeitungsartikel aneignen, bei der Vorbeugung helfen.
Mit dem Wissen über mögliche Beschwerden ist es Ihnen zusätzlich möglich, frühzeitig zu bemerken, wenn erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung bei Ihnen oder anderen in ihrem Umfeld auftreten. Wie bei den meisten körperlichen Erkrankungen ist eine Behandlung umso Erfolg versprechender, je früher die Störung erkannt wird.
Nach der erfolgreichen Behandlung einer psychischen Störung ist zudem eine sogenannte Rückfallprophylaxe sehr wichtig. Dabei werden Ihnen Mittel und Strategien zur Bewältigung möglicher Schwierigkeiten sowie Werkzeuge zur Erkennung von Frühzeichen bei einem eventuell erneuten Auftreten der Erkrankung an die Hand gegeben.
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Symptome der akuten Belastungsreaktion*:

Nach dem Erleben einer außergewöhnlichen seelischen oder körperlichen Belastung beginnen die Symptome innerhalb einer Stunde:

  • Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Mundtrockenheit
  • Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Brustschmerzen oder –missempfindungen, Übelkeit, Missempfindungen im Magen-Darmbereich
  • Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit, Dinge erscheinen unwirklich (Derealisation), man steht neben sich (Depersonalisation), Angst vor Kontrollverlust oder zu sterben
  • Hitzgefühle oder Kälteschauer, Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle
  • Muskelverspannung, akute und chronische Schmerzen, Ruhelosigkeit/Unfähigkeit zu entspannen, Nervosität/psychische Anspannung, Kloßgefühl im Hals/Schluckbeschwerden
  • erhöhte Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Leeregefühl im Kopf, anhaltende Reizbarkeit, Schlafstörungen
  • Rückzug von Freunden/Familie/anderen Menschen, eingeengte Aufmerksamkeit, fehlende Orientierung, Ärger oder sprachliche Aggression, Verzweiflung/Hoffnungslosigkeit, Überaktivität, unkontrollierbare oder übermäßige Trauer



Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung*:

Nach dem Erleben eines Ereignisses außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalen Ausmaßes treten folgende Symptome auf:

  • Anhaltende Erinnerungen oder Wiedererleben der Belastung durch lebendige Erinnerungen, sich wiederholende Träume, aufdringliche Bilder (flash-backs) oder Bedrängnis in Situationen, die an das Ereignis erinnern
  • Vermeidung von Umständen, die mit dem Ereignis in Verbindung gebracht werden
  • Teilweise oder komplett bestehende Gedächtnislücken bezüglich des Ereignisses
  • Schlafstörungen, Reizbarkeit/Wutausbrüche, Konzentrationsstörungen, gesteigerte Wachsamkeit, erhöhte Schreckhaftigkeit

Wie bei jeder psychischen Störung sind die Stärke und die Anzahl der vorliegenden Symptome von Mensch zu Mensch verschieden. Scham- und Schuldgefühle verzögern häufig eine frühzeitige Diagnosestellung, verhindern eine effektive Behandlung und führen oft zu einem verlängerten Leidensweg.



* Die Darstellung der Symptome erfolgte in Anlehnung an das ICD-10, dem in Deutschland für die Diagnose von Krankheiten gültigen Klassifikationssystem.

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Bei der Erstellung einer psychischen Diagnose erfasst Ihr Arzt oder Psychologe Ihre aktuellen Beschwerden möglichst umfassend erfasst und anhand eines von der Weltgesundheitsorganisation weltweit einheitlichen Kriterienkatalogs, dem ICD-10 (= International Classification of Diseases), einer bestimmten Krankheit zuordnet. Diese Kriterien finden Sie unter dem Gliederungspunkt „Symptome“.

Da jeder Mensch einzigartig ist und entsprechend auch keine Krankheit der anderen gleicht – dies gilt vor allem im psychischen Bereich – stellen wir die Diagnose erst nach einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit Ihnen. Bei der stationären Aufnahme findet zusätzlich eine körperliche Untersuchung statt, um auch wichtige körperliche Probleme nicht zu übersehen. Außerdem werden mit Hilfe von Fragebögen wichtige Bereiche abgefragt, die das persönlich entstandene umfassende Bild von Ihnen und Ihrem Umfeld noch ergänzen. Auf diese Weise können wir die Diagnose individuell bestimmen und einen persönlich auf Ihre Beschwerden abgestimmten Therapieplan entwickeln.

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Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und Probleme. Entsprechend gleicht auch kein Störungsbild dem anderen. Hinter ein und derselben Diagnose steht jeweils eine eigene Lebensgeschichte. Aus diesem Grund werden die einzelnen Therapiebausteine inhaltlich speziell mit Ihnen auf Ihre Probleme abgestimmt. Einen formalen Überblick über unser Therapieprogramm mit seinen einzelnen Bestandteilen können Sie dem beispielhaften Therapieplan entnehmen. Allgemein gesprochen geht es darum, aktuelle Konflikte zu bearbeiten, Sie einschränkende Überzeugungen, Gedanken und Einstellungen zu hinterfragen, Ihre positiven Ressourcen zu aktivieren und neue zu schaffen sowie Ihre Gefühlswelt zu ordnen. Zudem ist es das Ziel, dort neue Verhaltensmuster aufzubauen, wo Ihnen bisher keine oder nur problematisch erscheinende Verhaltensmuster zur Verfügung standen bzw. stehen.


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